Donnerstag, 5. August 2021, ab 18 Uhr:

Parklife #SommernachtAxelObiger

 

 

 

Prospect Park 

Matthias Moravek und Alexander Skorobogatov 

 

Eröffnung am Freitag, den 2. Juli 2021, 16–22 Uhr 

 

Ausstellung 3. Juli 2021 – 14. August 2021

Sommerpause vom 18. Juli – 1. August 2021 

 

Donnerstag, 5. August 2021, ab 18 Uhr: Parklife #SommernachtAxelObiger 

Samstag, 14. August 2021, ab 18 Uhr: Finissage 

 

 

Ausstellungsansicht Prospect Park

Prospect Park Eröffnung am 2. Juli 2021

 

 

Zwei künstlerische Positionen kommen sich ins Gehege. Und zwar im Wortsinn, denn bereits der Titel verweist auf den Park als Ausstellungsform, auf eine Kombination aus Aussichten und Blickachsen, aus Staffelungen und Durchblicken, auf einen künstlich angelegten Außenraum als Innenraum. Die erste Ausstellung bei Axel Obiger nach dem Schaufensterformat der Akutsprechstunde öffnet den Raum wieder in seiner gan-zen Tiefe und inszeniert einen visuellen Parcours zwischen Objekt und Farbe, zwischen Künstlichkeit und Wildnis. Der Begriff Prospekt verweist hier auf die Ansichten und Ebenen eines gemalten Bühnenbildes ebenso wie auf das russische Wort für Straßenzug oder Allee.

 

Die Bezüge der Ausstellung reichen dabei weit in die Entwicklung neuzeitlicher Parkanlagen zurück: Als im 18. Jahrhundert der englische Landschaftspark die mathematische Strenge der exakt angelegten Beete und beschnittenen Hecken des bis dahin vorherrschenden Barockgartens verdrängte, ging dies mit der frühen Industrialisierung einher und offenbarte ein Verständnis von Natur, das einem begehbaren Bild, einer inszenierten Natürlichkeit nahe kam. Blickachsen und mitgedachte Betrachterstandpunkte sowie die Dialektik von Zeigen und Verbergen, ermöglichten eine kulissenhafte Staffelung von Ebenen, in denen der Besucher beim Flanieren durch den Park zum Mitwirkenden einer Aufführung wurde. Kleinstarchitekturen wurden ebenso kunstvoll eingearbeitet, wie Laiendarsteller, die in der Rolle von „Eremiten“ die künstliche Grotten zum Brot-erwerb tagsüber „bewohnten“. Abends waren diese selbstverständlich wieder zuhause.

Die Grenzen des Landschaftsparks waren fließend und oft kaum wahrnehmbar in die bewirtschafteten Flä-chen der Umgebung eingebettet.

Mit dem Beginn ihres Verlusts durch die Industrialisierung, wird die Natur damit vom feindlichen Chaos zu einem scheinbar beherrschbaren und inszenierenswerten Erlebnis, eine Haltung, in der das zeitgenössische Missverständnis im Umgang mit der Natur bereits angelegt zu sein scheint.

 

Matthias Moravek (*1976, lebt und arbeitet in Berlin) setzt sich in seinen oft kulissenhaft gestaffelten Malereien spielerisch mit Inhalt, Form und Farbe von Räumen und Phänomenen wie Wolken, Wäldern und Dschungeln auseinander und lotet dabei den weiten Bereich zwischen Abstraktion und Figuration aus. In der Ausstellung zeigt er landschaftlich assoziierte Bildräume, die zwischen Tiefenräumlichkeit und Fläche hin und her springen. Sein Fundus reicht dabei von exotischen Reiselithographien bis hin zu den digitalen Bildräumen der Gegenwart.

 

Die Pflanzen-Skulpturen von Alexander Skorobogatov (*1983, lebt und arbeitet in Berlin) wiederum, spielen mit einer spannungsgeladenen Balance aus Gegensätzen elementare Aspekte der Bildhauerei durch und bestechen mit ihren Farbkombinationen und ausladenden Gesten, was sie zu echten Verführerinnen macht. Doch auch an ihnen knabbert hier und da die Vergänglichkeit. Skorobogatov geht es dabei keinesfalls darum, die Natur zu imitieren, vielmehr handelt es sich um ein Spiel mit Mythen, um eine originelle Anverwandlung und Transformation eines traditionellen Sujets der Kunstgeschichte in unsere Zeit.

 

Welche Bezüge die beiden Künstler zwischen Formwillen und Chaos, zwischen Ausstellungsraum und Straße, zwischen der Natur und ihrer Ordnung durch den Menschen formulieren, lässt sich bis 14. August 2021 bei Axel Obiger besichtigen.

 

 

 

Mit dieser Ausstellung beendet A.O. die erfolgreiche Reihe "Akutsprechstunde - Visita d'urgenza" und bedankt sich bei allen Künstlern, die daran teilgenommen haben.

 

Akutsprechstunde: Tim Cierpiszewski

In Betrieb am 4. Juni 2021, 16.30-19.30 Uhr

Temporäre Installation 1.06. - 24.06.2021

 

"Running with The Fox", Site-specific Installation at Axel Obiger, ca. 300cm x 600cm
"Running with The Fox", Site-specific Installation at Axel Obiger, ca. 300cm x 600cm

 

Für die Ausstellung RUNNING WITH THE FOX hat Tim Cierpiszewski eine Wandarbeit konzipiert, die sich über die Außenfassade des Berliner Ausstellungsraums Axel Obiger erstreckt und so den gewohnten Blick durch das Fenster des Ladenlokals konterkariert. Die spezifische Architektur wird mit einem Mural aus diversen Bild-Samplings und Remixen „markiert“. Hier verquickt Cierpiszewski einmal mehr den digitalen Raum des Internets mit dem physischen Ausstellungsraum und dessen sozialen und ökonomischen Strukturen.   

 

For the exhibition RUNNING WITH THE FOX, Tim Cierpiszewski designed a mural that extends over the outer facade of the Berlin exhibition space Axel Obiger and thus counteracts the usual view through the window of the shop. The specific architecture is “marked” with a mural consisting of various picture-samplings and remixes. Here Cierpiszewski once again merges the digital space of the Internet with the physical exhibition space and its social and economic structures.  

 

 

 

Akutsprechstunde: Laura Bruce

In Betrieb am 28. Mai 2021, 16.30-19.30 Uhr

 

"The Main Lake" 2009-2021, graphite and color pencil on paper, varying sizes
"The Main Lake" 2009-2021, graphite and color pencil on paper, varying sizes

 

 

The drawings here are part of a larger group collectively called "The Main Lake," which was originally shown in 2018 at the Rohkunstbau exhibition in Brandenburg at Schloss Lieberose, where they were exhibited lying flat under glass in 2 large table vitrines. 

 

The work is a collection of small drawings that Laura Bruce started making in 2009 and continues today. The series grows with time. The small one of a ship was drawn by her father. And although there is a mix of "fantasy-like" figures and more realistic ones, it deals in part with memory, like a photo album.

 

Laura Bruce is an American contemporary artist living in Berlin.

For more information, please click here: https://en.wikipedia.org/wiki/Laura_Bruce

 

 

 

Akutsprechstunde: Jeroen Cremers

In Betrieb am 21. Mai 2021, 16.30-19.30 Uhr

  

The guardian 1, glazed ceramics, 2021,  90 x 35 x 65 cm
The guardian 1, glazed ceramics, 2021, 90 x 35 x 65 cm

 

 

Der niederländische, in Berlin lebende Künstler Jeroen Cremers ist eigentlich bekannt für seine großen figurativen Skulpturen aus Karton. Doch mit dem Beginn des ersten Corona Lockdowns fing Cremers an sich mit einem anderen Material zu beschäftigen: Keramik. Das Medium ist nicht neu für ihn, in Maastricht, wo er Kunst studierte, spezialisierte er sich schon früh auf die Arbeit mit Ton. Nun, mehr als 10 Jahre später, entdeckte er dieses Material wieder für sich und war - notgedrungen, da durch die Pandemie viele geplante Ausstellungen verschoben werden mussten - ganz darauf konzentriert zu experimentieren und neue Arbeiten zu erschaffen. Das Ergebnis dieser äußerst produktiven Periode sind kontrastreiche, farbenfrohe, teils skurrile keramische Objekte und Skulpturen von erzählerischem und dystopisch anmutendem Charakter.

 

Die Skulpturen sind malerisch und phantasievoll gefärbt, was ihnen eine Individualität verleiht, die zu der fiktiven, absurden Welt passt, die Cremers erschafft. Cremers neue Keramikarbeiten zeigen eine raue und unregelmäßige Oberfläche und verkörpern so die Energie und Geschwindigkeit, mit der sie entstanden sind. Die Skulpturen sind mit glänzenden Glasuren und Lüstern versehen, die einen Kontrast zu den ungleichmäßigen Texturen und Formen bilden.

 

Drei Dinge stehen im Mittelpunkt des neuen Werkes: der Stern bzw. der Morgenstern, die Transformation und die Mutation.

 

Der im Axel Obiger Space gezeigte Hund ist Teil einer Serie von Tieren, die von den antiken ägyptischen Unterweltgottheiten inspiriert wurden. "Am Anfang wurden die Köpfe weggelassen und später durch ein Konglomerat aus Pyramiden oder Würfeln ersetzt, als ob sie eine Art Mutation darstellen würden", erklärt der Künstler. "Für mich haben die geometrischen Formen etwas mit Transformation zu tun, sowohl in Bezug auf mein Selbst als auch auf die Welt mit ihren neuen Gegebenheiten", sagt Cremers.

 

Einige der Objekte scheinen direkt aus Cremers' Collagen ("The unexpected guest") entnommen zu sein, die er ebenfalls zu Beginn des ersten Lockdowns anfertigte. Es handelt sich dabei um eine Serie von Arbeiten, die von einer Begegnung mit einem Fremden in einer dystopischen Zeit erzählen. Im Bild sehen wir nur Gegenstände aus verschiedenen Zeiten, die miteinander in einen Dialog treten und eine surrealistische Geschichte ergeben.

 

Es ist die Unerbittlichkeit der Art und Weise, wie sich die menschliche Geschichte immer wieder wiederholt, die in seiner Arbeit zentral ist.

 

 

 

Akutsprechstunde: Birgit Hölmer

In Betrieb am 14. Mai 2021, 16.30-19.30 Uhr

  

 

 

Trägerstoff des Restlichen

 

In Hölmers Arbeit verwandeln sich die Scheiben von Guckfenstern zu Trägern. Hölmer arbeitet für ihre „cuts“ mit Klebestreifenresten aus einer Druckerei, wie sie beim Zuschneiden von Aufklebern entstehen. Vernachlässigtes Restliches also, das sonst vom Tisch gefegt wird. Dass sich auf den dünnen, langen Streifen aber starke Farben tummeln und Spuren grafischer Muster abzeichnen, fängt Hölmer mit ihrem Blick auf und kleidet das Material in neuer Erscheinung, indem sie die gesammelten Streifen aus dem Stegreif zu unterschiedlichen Formationen komponiert.

 

Wo die OP art Komplementärkontraste nutzte, um optisches Flimmern und 3-D-Effekte zu erzeugen, ist es bei Hölmer das oft unsichtbare Glas, das es ihren Arrangements ermöglicht, als Zylinderumriss oder in a-geometrischen Anordnungen vor dem Auge zu schweben. Das kann beim Vorbeigehen auch schon mal den Eindruck zerkratzter Scheiben erwecken oder solcher, die ernsthafte Sprünge haben. Anziehend ist es allemal. Und lässig. (TAZ Noemi Molitor 5.12.20)

 

Die CUTS hier auf der Fensterscheibe vom Axel Obiger Projektraum schweben wie Mouches volantes vor der weißen Wand, auf der drei Zeichnungen und Tapes zu sehen sind. Die Zeichnungen auf schwarzem Grund, mit mehreren Stiften gezeichnet, erschweren  das Fixieren. Ein Wechselspiel beginnt, wenn man versucht Zeichnungen und CUTS gleichzeitig zu fassen. Dabei kann es zu Doppelbildern kommen.

 

Weitere Informationen finden Sie hier: birgithoelmer.blogspot.com

 

 

 

Akutsprechstunde: Peter Hock

In Betrieb am 7. Mai 2021, 16.30-19.30 Uhr

  

Peter Hock, "Teratom", 2021, Kohle/Papier, 200 x 150 cm
Peter Hock, "Teratom", 2021, Kohle/Papier, 200 x 150 cm

 

 

Auge und Blick

 

Das Auge (altgriechisch ὀφθαλμός ophthalmós oder ὤψ ōps, lateinisch oculus)  ist ein Sinnesorgan zur Wahrnehmung von Lichtreizen. Es ist Teil des visuellen Systems und ermöglicht das Sehen. Die Aufnahme der Reize geschieht mit Hilfe von Fotorezeptoren, lichtempfindlichen Nervenzellen, deren Erregungszustand durch die unterschiedlichen Wellenlängen elektromagnetischer Strahlung aus dem sichtbaren Spektrum verändert wird. Bei Wirbeltieren werden die Nervenimpulse bereits in der Netzhaut beginnend bearbeitet und gelangen über die Sehnervenbahnen zum Sehzentrum des Gehirns, wo sie schließlich zu einer visuellen Wahrnehmung verarbeitet werden. 

- Wikipedia

 

Blick, Wortbedeutung/Definition:



1) (kurzes) Betrachten; Anschauen; das Erfassen von etwas mit den Augen. 2) Augenausdruck. 3) Sichtweise; Einsicht. 

 

 

 

Akutsprechstunde: Enrico Niemann

In Betrieb am 30. April und 1. Mai 2021, 16-19 Uhr während des Gallery Weekend

  

Enrico-Niemann, Myceli III, 2020, Mischtechnik auf Papier, 37 x 60 cm
Enrico-Niemann, Myceli III, 2020, Mischtechnik auf Papier, 37 x 60 cm

 

 

Enrico Niemann zeigt im Schaufenster von Axel Obiger eine Gruppe von eher flächigen Arbeiten, deren Ausgangspunkt Abdrücke in Ton sind. Diese Einschreibungen in die weiche, formbare Erdmasse und die daraus resultierenden Oberflächenspannungen sind maßgeblich für den anschließenden Malprozess und die Beschaffenheit der Arbeiten.

In der experimentellen Herangehensweise ergeben sich abstrakte Bildwelten, die den Bezug zu ihrer eigenen Körperhaftigkeit jedoch nie verlieren. Im Ergebnis sehen wir eine vielfarbige Acrylhaut, die als räumliche Fläche mit minimalen Falten und Wölbungen, den Grund ihres Entstehens erkennen lässt ohne ein Abbild oder Abdruck zu sein.

 

Weitere Informationen finden Sie hier

 

 

 

Akutsprechstunde: Thilo Droste

In Betrieb am 23. April 2021, 16-19 Uhr

  

Thilo Droste, "Annonce" (FAZ, 7./8.2.2009), gerahmt 8 x 11 cm, 2009
Thilo Droste, "Annonce" (FAZ, 7./8.2.2009), gerahmt 8 x 11 cm, 2009

 

 

Annonce

 

Mit einer privaten Kunstanzeige von Thilo Droste werden Erwartungen bei potentiellen Käufern geweckt, die wahrscheinlich nicht erfüllt werden können. Trotzdem ist das Angebot der Annonce inhaltlich korrekt- das Angebotene kann geliefert werden. Es melden sich sieben Interessenten beim Künstler, von denen nur noch einer antwortet, nachdem er das Foto der angebotenen Arbeiten gesehen hat. Gekauft hat er nichts.

 

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Akutsprechstunde: Maja Rohwetter

In Betrieb am 16. April 2021, 16-19 Uhr

  

Maja Rohwetter, „flatbed upsetter“, Öl Leinwand, 165 x 120 cm, 2020
Maja Rohwetter, „flatbed upsetter“, Öl Leinwand, 165 x 120 cm, 2020

 

 

„Das Postdigitale ist ein Aktionsmodus, der auf Situationen fußt, in denen Fiktion und Realität, Leben und Spektakel, Virtuelles und Reales interferieren, um die Artifizien des Alltäglichen sichtbar zu machen.“ (1)

 

Der Alltag scheint gegenwärtig noch künstlicher und flacher als sonst, synthetisiert. Realitäten zerbrechen täglich durch neue Sichtweisen und Auslegungen. Gibt es Wahrheit hinter den Oberflächen? Liegt in dieser Not eine Tugend?  Wie (und wann) ermöglicht Verunsicherung Erkenntnis? Welche Strukturen erzeugt das Nichts? Bedeutet Kontrollverlust Freiheit oder Angst? 

 

Maja Rohwetter thematisiert in ihrer Malerei die Ambivalenz von Realität und Virtualität. Sie entwickelt ihre Arbeit im Medientransfer von Collage, Malerei und Computergrafik und hinterfragt grundsätzliche Prinzipien der Bildgenese in den jeweiligen Medien. In ihren Gemälden und Collagen verschränken sich bekannte und unbekannte Formen und unterschiedliche malerische und digitale Darstellungsebenen. Die farbig angespannten Kompositionen erzeugen einen befremdlichen Bildraum, der in seiner synthetischen Struktur beweglich und amorph erscheint. 

 

(1) Maurice Benayoun (2005) in: Jean-Baptiste Barrière, Maurice Benayoun: Die Mechanik der Emotionen. Festivaltext Ars Electronica (online)

 

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Akutsprechstunde: Harriet Groß

In Betrieb am 9. April 2021, 16-19 Uhr

  

 

Schlafen “target=“_blank“ Tag“, 2021

 

 

 

Schlafen “target=“_blank“ Tag“, 2021

 

...geht es um das Gefühl der Leere, den Faden verloren zu haben, der Isolation, der Distanz oder einfach um die Koordinaten des Schlafes…?

 

(Metall Cutout, Accoustic Mousse, Tape, 120x167cm)

 

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Akutsprechstunde: Juliane Duda

In Betrieb am 26. März und 2. April 2021, 16-19 Uhr

  

Grundübung der Generationen, 2021, Posterdruck, 130 x 232 cm
Grundübung der Generationen, 2021, Posterdruck, 130 x 232 cm

 

 

Ich komme heut wieder nicht über die Brücke hinaus. Die Stadtgalerie versammelt eine Szene in Spanwandverkleidung aus den praktikableren Jahrgängen. Der geehrte alte Autodidakt wohnt in seinem Einfamilienhaus im Neubaugebiet. Er fühlt sich ganz wohl, malt seit der Pensionierung noch mehr und hat keinen Platz über Hängeleisten der Selbstbilder nachzudenken. Später, mit dem Bürgermeister bedient das schmale Rathaus meine Vorlieben und demonstriert den nostalgisch wechselsprechenden Apparat in Funktion. Auf dieser Ebene erleben wir gleichgeschaltet den Energieerhaltungssatz. Kein Leerwunschdenken entsteht. Drumherum wird gegenseitig in kleinen Küchen empfangen. Autos sind kein Glanzmittel. Die sehen aber schön hier aus. Gut kombiniert ist schon Individualität geworden. Die Oberfläche hat keinen Blitz, ihre Sensibilität sticht ins Auge. Elastische Stränge der neuen Spielplatzausstattung geben der körpereigenen Ausdrucksform Halt. Starrer sind die alten Klettergerüste. Die Bewegung wird der Gerätevorgabe angepasst und wiederholt die Grundübung der Generationen. Der Blick durch die Silhouetten überschneidet die Stadtform passgenau in Farbe und Richtung. (aus „Logbuch der Brückenwächterin“)   

 

Juliane Duda zeigt im dieswöchigen Schaufenster einige ihrer Werke zum Thema „Plattenkreuzweg“. 

 

Ein Hinweis:

Enthält Szenen erweiterter Virtualität (augmented reality), die auch für die Augen von Kindern und Jugendlichen bestimmt sind. Dazu die app ARTIVIVE im Google Play Store oder App Store laden und auf das Fenster richten.

 

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Akutsprechstunde: Nathalie Grenzhauser

In Betrieb am 19. März 2021, 16-19 Uhr

  

Speicher aus der Serie Pyramida, Lightjet Print Diasec matt, 120x160 cm
Speicher aus der Serie Pyramida, Lightjet Print Diasec matt, 120x160 cm

 

 

Nathalie Grenzhaeuser setzt sich mit den Kriterien auseinander, die unsere Wahrnehmung von Orten prägen. Ihre Arbeiten zeigen spezifische Landschaften, Räume und Stadtansichten vor dem Hintergrund ihrer Topografie und Entwicklung. Oft sind es Orte in entlegenen Gegenden, die zum Thema ihrer Arbeit werden. N.G. nutzt die ihr eigene Bildsprache, um eine Form der poetischen und auch zeitlichen Verdichtung zu erreichen. In diesem langsamen Transformationsprozess generiert der Ursprungsort zur Bildikone.

 

Ihre Arbeit Speicher, 2013 entstammt der Serie Pyramida, die den einst politischen und geografisch bedingten Inselstatus einer russischen Bergbausiedlung auf dem arktischen Inselarchipel Spitzbergen thematisiert. Der gleichnamige Ort Pyramiden (russisch: Пирамида) galt nach dem Zweiten Weltkrieg als das größte Tagebaugebiet für Braunkohle außerhalb der Landesgrenzen der ehemaligen Sowjetunion. Bis zur Stilllegung des Bergbaus im Jahr 2000 wurde die Siedlung vollkommen autark und nahezu isoliert vom Rest des norwegischen Teils der Insel betrieben. Heute, ist Pyramiden eine moderne Ruine. Die Begehung des Ortes gleicht einer Zeitreise, bei der die sichtbare Gegenwart von Motiven der eigenen Vorstellung überlagert wird, ein Prozess, der fast automatisch an verlassenen Orten einsetzt. N.G. interessiert, welcher Art diese Vorstellungen sind und aus welchen kollektiven wie persönlichen Erinnerungen sie sich speisen. Im Fall von Pyramiden waren diese vor allem filmischer Natur.  Sie haben sie dazu bewogen, die Orte wie Bilder einzelner Filmsets zu zeigen, deren Herkunft man vermeintlich zu kennen scheint.

 

Und wer noch mehr über N.G. Arbeit erfahren möchte, hier klicken: BerlinViews

 

Weitere Informationen finden Sie hier

 

 

 

Akutsprechstunde - Visita d’urgenza: Gabriele Künne

In Betrieb am 12. März 2021, 15-18 Uhr

 

double sunset, 2011, Acryl und Lack auf Baumwolle, 90 x 120 cm
double sunset, 2011, Acryl und Lack auf Baumwolle, 90 x 120 cm

 

 

Gabriele Künne untersucht in ihrer Malerei flächige Konstrukte, die durch die bildnerische Anordnung dennoch räumliche Tiefe suggerieren. Ansonsten eher im dreidimensionalen Bereich tätig, zeigt die Künstlerin hier eine Arbeit, die parallel zu einer Serie gefalteter, geworfener und gestauchter Keramikobjekte entstanden ist. Urbane und architekturhafte Formen und Flächen setzen sich, zeichenhaft abstrahiert, mit der Frage nach dem Planerischen unter Einbezug der prozesshaften Artikulation und möglichen Destruktion auseinander.

 

Weitere Informationen finden Sie hier

 

 

 

Akutsprechstunde - Visita d’urgenza: Matthias Moravek

In Betrieb am 5. März 2021, 15-18 Uhr

 

Matthias Moravek, "Arabesque IV", Kreide auf Arches-Papier, 19x29 cm, 2021
Matthias Moravek, "Arabesque IV", Kreide auf Arches-Papier, 19x29 cm, 2021

 

 

Matthias Moravek (*1976 in Mühlacker, lebt und arbeitet in Berlin) setzt sich in seinen Malereien spielerisch mit Form, Farbe und Bedeutung von Räumen und Phänomenen wie Wolken, Wäldern und Dschungeln auseinander und lotet dabei den weiten Bereich zwischen Abstraktion und Figuration aus. Die Zeichnung „Arabesque IV“ (Kreide auf Arches-Papier, 19x29cm, 2021) überführt exotische Ranken in ein zeichenhaftes Moment, das sich zwischen Malerei und Handschrift bewegt. 

 

Weitere Informationen finden Sie hier

 

 

 

Akutsprechstunde - Visita d’urgenza: Alke Brinkmann

In Betrieb am 19. und 26. Februar 2021, 15-18 Uhr

 

Natura naturans / Cielo, 160x250 cm, Mischtechnik auf Holz, 2020
Natura naturans / Cielo, 160x250 cm, Mischtechnik auf Holz, 2020

 

 

Alke Brinkmann hat mit ihrem doppelseitigen Gemälde mit dem Titel „Natura naturans“ (160x250cm, Mischtechnik auf Holz, 2020) die Ausstellungsreihe am 19. und 26. Februar 2021 eröffnet. Brinkmanns aktuelle Arbeiten sind inspiriert von ihrem Biologiestudium an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie hat eine neue Art der Landschaftsmalerei entwickelt, in der sie wissenschaftliche Modelle und Bilder miteinbezieht und sich mit historischen Postionen auseinandersetzt. Ihre aktuellen Bilder entstehen mit verschiedenen Techniken auf Holz. Dessen Maserung wird Teil des Gemäldes und inspiriert die scheinbar abstrakte Komposition.

 

Weitere Informationen finden Sie hier

 

 

 

Axel Obiger hat ein neues Format : Akutsprechstunde - Visita d’urgenza

Während des Lockdowns jeden Freitag 16:30-19:30 Uhr

 

Axel Obiger - Raum für zeitgenössische Kunst hat am 19. Februar 2021 in der Brunnenstr. 29 in Berlin Mitte ein zeitgemäßes Ausstellungs- und Kunstvermittlungsmodell eröffnet, das den vom Berliner Senat beschlossenen Covid-Maßnahmen entspricht.

 

Die Bezeichnung "AO Akutsprechstunde" drückt das Ziel des Projekts klar aus: es handelt sich um eine vorübergehende Maßnahme, mit der der Kontakt zum Kunstpublikum und zu den Bewohnern der Nachbarschaft, insbesondere während des aktuellen und möglichen nächsten Lockdowns, wiederhergestellt werden soll. Anliegen des Axel Obiger-Teams ist die Ausstellungs- und Vermittlungsarbeit auch und vor allem in einer für Künstler und Kulturschaffende allgemein schweren Zeit fortzusetzen. 

 

Konkret sieht das neue Format vor, jeden Freitagnachmittag ein einzelnes Kunstwerk im Schaufenster des Projektraums für einen Diskurs anzubieten, das dann eine ganze Woche dort hängen wird. Die Freitags-Aktion moderiert ein kompetenter Gesprächspartner, der über ein Mikrofonsystem mit dem Besucher kommunizieren kann - wie in den Notdienst-Apotheken, in Krankenhäusern und in anderen Situationen, in denen physischer Kontakt nicht erlaubt ist. 

 

Der zweisprachige Titel signalisiert, dass der Dienst auch die Bedürfnisse nichtdeutscher "Notfall" -Besucher berücksichtigt, die in einer der folgenden Sprachen mit dem Koordinator des Projektraums Stefano Gualdi kommunizieren können: Italienisch, Französisch, Spanisch, Englisch und natürlich Deutsch.