Zabriskie Point


Maja Rohwetter und Peter Hock


Eröffnung am Freitag, den 23. Juni 2017 um 19 Uhr


24. Juni 2017 – 15. Juli 2017

 

Zabriskie Point
Die Explosion in der Schlusssequenz des Films Zabriskie Point von Antonioni (1970) bildet die
Hintergrundfolie für diese Ausstellung, die sich mit der Bedingtheit der Wahrnehmung auseinandersetzt.
Vor allem das zerfetzte Inventar der gesprengten Villa, das wohlkomponiert in Zeitlupe dem Betrachter entgegen schwebt, spricht eine von der Handlung losgelöste, ästhetische Sprache, die als Modell für Bildfindungen mit intendiertem Kontrollverlust dient. Die Bildelemente entstammen bei beiden Künstlern ursprünglich der Realität.


Bei Peter Hock sind es teilweise noch erkennbare, aber fragmentierte Alltagsobjekte, die in einer
speziellen Zeichentechnik mit Reißkohle auf großformatiges Papier gebracht werden.

Bei Maja Rohwetter sind es nichtintentionale Atelier-Produkte, die zunächst als analoge Collage und / oder digital bearbeitete Fotografie und Fotomontage auf den Weg gebracht werden und dann ein Eigenleben als malerisches Bildelement entwickeln.


Beide Künstler zeichnet eine wechselseitige Beeinflussung verschiedener Medien und Arbeitsweisen
aus – Fotografie, digitale Bearbeitung, malerische und zeichnerische Transformation.

So können sich bei Peter Hock neben fast erkennbaren Gegenständen Linienknäuel und fleckenartige Gebilde im Bildraum befinden. Und bei Maja Rohwetter verschwommene Farbklumpen, streifige Schlierenreste und antiseptisch glatte Flächen, die in einer dichten Zusammenstellung eine Art schwebendes Malereikonglomerat auf einem künstlichen Farbverlauf bilden. Durch die zufällige oder beiläufige Entstehung im Atelier haben die Bildgegenstände bereits einen Abstraktionsprozess durchlaufen, der sie zwar als Ding noch erkennbar sein lässt, sie zugleich aber an die Grenze zum diffusen, begrifflich nicht mehr fassbaren Objekt schiebt.


Nach der Explosion gibt es keinen Blick zurück, keine Einstellung, die Klarheit schaffen würde.
Durchaus möglich, dass alles nur eine Vorstellung ist.


Gabriele Künne

Ausstellungsarchiv 07/2017 Zabriskie Point
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Paradoxie des Haufens

Gabriele Künne und Philipp Hennevogl

Eröffnung am Freitag, den 26. Mai 2017 um 19 Uhr

27. Mai 2017 – 17. Juni 2017

Künstlergespräch am Samstag den 17. Juni um 18 Uhr,
im Anschluss Finissage

 

Paradoxie des Haufens

Aus wie vielen und welchen Elementen muss ein Haufen bestehen, um als solcher benannt zu werden, müssen die Elemente gleichartig sein oder können es Elemente unterschiedlicher Herkunft sein ? Ab wie vielen Elementen wäre es als „Nicht-Haufen“ (Wittgenstein) zu bezeichnen ?
Philipp Hennevogl und Gabriele Künne haben sich mit dem Begriff des Haufens, der vagen Bestimmung von haufenartigen Formationen auseinander gesetzt.

Philipp Hennevogl zeigt großformatige Linolschnitte, die unterschiedliche Haufen noch erkennbar werden lassen. Durch die Technik des Künstlers erfolgt jedoch eine Abstraktion, die unterschiedliche Arten von Linien und Flächen, von Positiv und Negativ mit thematisiert. Damit ist auf den Drucken einerseits das Abbild eines bestimmten realexistierenden Haufens vorhanden, der zuvor fotografisch festgehalten wurde - andererseits aber auch das Wesenhafte einer Möglichkeit eines Haufens dargestellt.


Die dreidimensionalen Arbeiten von Gabriele Künne sehen auf den ersten Blick wie eine Anhäufung oder ein Zusammenschluss abstrakter Formen aus. Die Künstlerin verwendet Keramik als bildhauerisches Material und verarbeitet es als gleichmäßig ausgerollte Fläche, die zu dreidimensionalen Objekten gefaltet, geworfen oder gestaucht wird. Die Formensprache orientiert sich dabei an dem assoziativen Potential des geometrisch-deformierten Einzelobjekts, aber auch der Zusammenstellung mehrerer ähnlicher Objekte - niemals eindeutig, aber einer bestimmten Assoziationskette folgend.

Beiden Positionen wohnen Überlegungen zur Wahrnehmung inne, zu Konstrukten und Schemata einerseits und alltäglich neuen Erfahrungen andererseits.

Ausstellungsarchiv 06/2017 Paradoxie des Haufens
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Ausscherend


Peter Dobroschke und Harriet Groß

 

Eröffnung am Freitag, den 28. April 2017 um 19 Uhr
29. April 2017 – 20. Mai 2017

 

Feinstaubschach, am Samstag, den 6. Mai von 16 bis 19 Uhr

 

 

Ausscherend

Die Ausstellung „Ausscherend“ bringt neue Arbeiten der Berliner Künstler Harriet Groß und Peter Dobroschke in einen offenen Dialog miteinander. Beide arbeiten installativ, ihre Themen und Umsetzungen sind jedoch sehr verschieden. Gemeinsam ist ihnen eine ähnliche Sensibilität für Material sowie die Vorliebe für langsame und einfache Low-Tech-Verfahren.


Ausscheren bedeutet zunächst eine etablierte Formation wie eine Linie, Gruppe oder eine vergebene Spur zu verlassen, oder auch nur vom Fahrradweg auszuscheren, um zu Axel Obiger zu gelangen. Es ist immer eine seitliche Bewegung, quer zum üblichen Momentum — also eigentlich etwas, was in diesen Zeiten wichtiger denn je sein könnte. Als Wortspiel vermag der Titel aber auch die Aufmerk-samkeit auf einen konkreten, für beide wesentlichen Arbeitsschritt zu lenken, das Schneiden.
Ein bedeutender Teil von Harriet Groß’ Arbeit sind filigrane, weit verästelte „Zeichnungen“, die sie präzise aus Papier oder Metallfolie ausschneidet. Diesem konzentrierten Prozess stehen die schnellen raumgreifenden Zeichnungen entgegen, die sie mit Tape und Schnüren direkt auf Wände, Decken und Boden aufträgt oder quer durch den Raum hängt. In den letzten Jahren entwickelt sie vermehrt Installationen aus heterogenen Materialien, die ihren gedanklichen Ausgang bei aktuellen gesellschaftlichen Ereignissen nehmen. Sie verwebt ihre Metall- oder Papier Cutouts mit herkömmlichen Materialien wie Schnüren, Tape, Holzstangen, Jalousien oder Glasobjekten zu komplexen Raum- zeichnungen, die wie ihre Scherenschnitte zahlreiche Durch- und Einblicke ermöglichen. Nur in dem man sich selbst bewegt und ständig die Perspektive wechselt, lassen sich diese Installationen erfassen. Aufgrund der überbordenden Komplexität, mit der die Elemente sich je nach Blickwinkel überlagern, ineinander übergehen und so Grenzen verfließen lassen, kann man sie in ihrer Gesamtheit allerdings nie vollständig durchdringen.

Menschen begeben sich auf den Weg, verändern ihre Räume. Auf ihre Spuren hat sich Groß’ für die neuen Arbeiten in der Ausstellung „Alluvio“ und „Echo“ begeben. Sie weicht dazu von ihrer her- kömmlichen Praxis ab, geht in gewisser Weise umgekehrt vor, und erzeugt Zwischenräume nicht durch Wegschneiden, sondern sie setzt Materialien zusammen, um den Raum zwischen den Dingen zu akzentuieren. Sie konstruiert die Raumcollagen und Erinnerungsräume aus Fundstücken und Überresten ihrer Cut-outs, die mit der Zeit in ihrem Atelier angeschwemmt wurden. Reste von Spiegelfolie, das Plastiknetz einer Stuhlrückwand, Gummischnüre, die Rückseite eines Verbotsschildes, eine Schrankabdeckung, ein Glasobjekt — alles Dinge, die irgendwie übriggeblieben sind, und zum Teil auf der Straße aufgelesen wurden. Die Materialien haben nicht nur eine formal ästhetische Qualität; sie sind und bleiben in Groß’ Installationen Objekte, die ein Eigenleben haben und Assoziationen und tiefergehende Bedeutungen zu transportieren vermögen. Bei den neuen Arbeiten zieht die Künstlerin mit den Objekten Linien zwischen privaten Erinnerungen wie Gedanken und der allgegenwärtigen medialen Informations- und Bilderflut. Es sind Fragen nach Annäherung, nach Verortung, nach Ankommen und nach Durchlässigkeit, die in ihren Installationen vom Unterwegssein anklingen.


Peter Dobroschke durchschneidet häufig Papiere und Abbildungen oder stellt sie frei, um sie in seine konzeptuellen Installationen einzusetzen, die als Vexier- und Kippbilder die einfache Wahrnehmung und Lesbarkeit der Dinge verdrehen. Seine neuen Installationen und Fotoobjekte konfrontieren uns mit Wahrnehmungsirritationen, Skurrilitäten und logischen Unmöglichkeiten, die auf allgemeine, nicht auflösbare Widersprüche hindeuten und die Grenzen rationalistischen Denkens und Handelns markieren. Was ist Kunst machen und was ist das Kunstwerk; was bedeutet es sich als Künstler in der Welt zu bewegen und jeden Tag etwas Sinnhaftes zu erzeugen? Dies sind einige der einfachen und zugleich schwierigen Fragen, die seiner Arbeit zugrundeliegen.
Seine Installationen sind zumeist trockene, lakonische Umsetzungen von Ideen oder Wortspielen, die die Absurdität und Komik der Dinge freisetzt. Wie etwa die Installation „Optical Cocktail“, die ganz wörtlich und mit einfachsten Mitteln die Worte „fern“ und „Glas“ in eine verschachtelte visuelle Illusionsmaschine übersetzt und dreidimensionale Bilder eines Fernglases sowie eines weit entfernten Glases erzeugt. Bei der Videoarbeit „Drehzahl meiner Beweggründe“ korrespondiert die mühsame Herstellung der Arbeit im antiquierten Bild-für-Bild-Animationsverfahren zu den gezeigten sisyphos- haften Handlungen des Künstlers in seinem Atelier. Dobroschke hat seine nach Morgengymnastik anmutende Bewegung des in der Luft Fahrradfahrens in neun Einzelbildern aufgezeichnet. Die Fotos wurden in die Speichen eines Fahrrades montiert, das Fahrrad bei einer Kreisfahrt im Atelierhof erneut abfotografiert und diese Fotografien schließlich zu einem Film animiert. Im Film wechselt der Künstler zwischen Antreibendem und Getriebenen, verbleibt bei all der angestrengten Bewegung aber in einem geschlossenen Kreislauf.
Die Frage nach dem halbvollen bzw. -leeren Glas ist so banal wie tiefgründig. Für „Realistenlimo“ hat Dobroschke die Fotografie eines halbgefüllten Glases genau entlang des Wasserspiegels eingeschnitten. Zwei, durch den Schnitt in entgegengesetzter Richtung eingeschobene Strohhalme verschränken abgebildetes und reales Objekt inhaltlich miteinander, was in unserem Kopf ein konstantes Springen zwischen den beiden Wahrnehmungsmöglichkeiten erzeugt. Das einfache wie taktile Kippbild führt eindrücklich vor, dass es unmöglich ist zu einer eindeutigen Wahrnehmung zu kommen. Angesichts dieser Unklarheit erscheint jegliches Streben, eine klare Haltung zur Welt zu entwickeln, so irrwitzig und tragisch.

Claudia Sorhage

Ausstellungsarchiv: Ausscherend 05.2017
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Simultanübersetzung


Josina von der Linden und Barbara Müller

 

Eröffnung am Freitag, den 31. März 2017 um 19 Uhr
01. April 2017 – 22. April 2017

 

Klara Li, Gesang und experimentelle Wassergläsermusik
am Samstag, den 8. April 2017 um 19:30 Uhr

 

 

Simultanübersetzung

Die Faszination des Simultanübersetzens liegt in der bewundernswerten Fähigkeit von Dolmetschern, gleichzeitig, zu hören und zu sprechen und mit einer nur geringfügigen Zeitverschiebung, den Inhalt des Gesagten von einer in eine andere Sprache zu übertragen.

Mit der Ausstellung „Simultanübersetzung“ sind Josina von der Linden und Barbara Müller das Wagnis des künstlerischen Dialogs eingegangen und begegnen sich dabei in ihren jeweiligen Ausdrucksweisen. Das Prinzip der künstlerischen Übertragung wird in der Ausstellung mehrfach variiert. Gleichzeitig werden Fragen nach unserer Individualität aufgeworfen. Wo finden wir uns wieder und wo sind wir Teil einer ästhetischen „Formengemeinschaft“? Welche Kompromisse gehen wir ein?

In den Arbeiten Barbara Müllers findet oftmals das Doppeln, Zerlegen und Rekonstruieren Anwendung. So auch beispielsweise in ihren aktuellen Wandarbeiten „skinn“ die, mit der Farbgebung des Inkarnats, bei Josina von der Linden Assoziationen von Haut und Berührung hervorriefen und diese zu den narrativen Arbeiten „Die Schleife“ und „Kragenweite“ inspirierten.

„Ein Hemd aufzutrennen ist ein mühsames Unterfangen, das Gewebe schnell verletzbar. Man muß sehr vorsichtig sein und bekommt Respekt vor der Konstruktion. Einerseits gleicht es nun einem normierten Bausatz, streng mit Bügelfalte auf ein Format zusammenlegbar, gleichzeitig ist es auch auf vielfältige Weise verflochten mit dem Thema Berührung, Schutz und Verletzlichkeit. Ich kam auf den Gedanken, die sonst nach außen gekehrte Fläche ähnlich einer Haut zu kennzeichnen.  Das Stoffmuster sollte nur noch am Saum sichtbar sein, der Fläche, welche sonst den Körper berührt.“
Barbara Müller

„Die zerlegten Kleidungsstücke in Barbara Müllers Arbeiten „skinn“ erinnerten mich an Fundstücke aus dem Nachlaß meiner Eltern: Schrankfertige, noch mit den Banderolen der Wäscherei versehene, weiße, inzwischen vergilbte Hemden meines Vater mit steifen Kragen und eine kleine hautfarbene Schleife, mit der ich als Kind spielte, abgetrennt von einem BH meiner Mutter. Natürlich schwingt beim Betrachten solcher Gegenstände Nostalgie mit, aber über die persönlichen Berührung hinaus, interessieren mich weitere Informationsebenen dieser Dinge, wie z.B. der Zeitgeist der in Kleidungscodes steckt und das tradierte Rollenverständnis der Generation meiner Eltern.“
Josina von der Linden

In der gemeinsamen Videoarbeit „simple stuff “ #1, #2  (2017) inszenieren Josina von der Linden und Barbara Müller eine gewöhnliche Tätigkeit im Nebeneinander. Das Equipment, bestehend aus den Einzelteilen eines seriellen Industrieprodukts, einem Kleiderständer, läßt in seiner Ästhetik entfernt an die Kunstbewegung De Stijl oder auch an Kinderspielzeug erinnern. Das Video zeigt die Dauer eines Aufbaus und eines Abbaus in Echtzeit. Die, durch den Bauplan vorgeschriebenen Handlungsabläufe, werden dabei von den Künstlerinnen simultan ausgeführt. Interessanterweise zeigt sich in der Ausführung trotz der vermeintlich gleichen Vorgabe eine erstaunliche Individualität.

 

Ausstellungsarchiv: März 2017, Simultanübersetzung
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„Critical Mass“

 

Alke Brinkmann und Sencer Vardarman

 

Eröffnung am Freitag, den 03. März 2017 um 19 Uhr


04. März 2017 – 25. März 2017


Künstlergespräch am Samstag den 25. März um 19 Uhr,
im Anschluss Finissage


Öffnungszeiten: Donnerstag – Samstag, 14 – 19 Uhr
und nach Vereinbarung (Tel. +49.30.76 23 63 76)

 

 

Der Höhenflug des Populismus mit Trump, Erdogan, Le Pen und (oder dank?) Putin bewegt uns alle: Weil wir uns vom Faszinosum des Simplifizierens, von der Märchenwelt dieser Kulturvereinfacher verführen lassen; oder weil wir uns jetzt doch endlich für den steinigen Weg der Verteidigung von Freiheit, Pluralität und Anstand mobilisieren lassen. Für die einen wie die anderen gilt, dass sich bislang einzementierte Maßstäbe verschieben und damit Perspektiven der Weltsicht. Was ist Realität in Zeiten von Fake News?
Was Gewissheit, was Verunsicherung?


Auch der Kunst nötigt sich die Politik als Thema auf. Und Alke Brinkmann, die sich schon seit Jahren mit dem Verhältnis von Macht und Mensch beschäftigt und dazu teils biographisch, teils aus der medialen Bilderwelt inspirierte Werke geschaffen hat, findet in Sencer Vardaman einen ebenso überraschenden wie offensichtlichen Seelenverwandten, den sie folgerichtig zu dieser gemeinsamen Ausstellung eingeladen hat.


Beide, Brinkmann und Vardarman, interessiert die Wirkung von Bildern aus dem politischen Raum, beide arbeiten mit dem Verhältnis von Motiv und Inhalt.
Beide – ein Zufall? – haben sich dabei irgendwann dem vielleicht ultimativen Ikon des menschlichen Selbstzerstörungsdrangs angenommen: Vardaman spielt in „Moonlight“ mit einer postmodernen Verkitschung des Atompilzes über dem Bikini-Atoll, Brinkmann lässt mit weißer Schicht für weißer Schicht die Verwüstung von Hiroshima verblassen und definiert sie damit neu. Von beiden müssen wir als Betrachter uns fragen lassen, wie wir es zulassen konnten, dass der schlicht unfassbare Schrecken der Wasserstoffbombe zum ästhetischen Signet verkommen konnte. Wollen wir es eigentlich gar nicht mehr so genau wissen? Wollen wir nicht mehr so
genau hingucken?


Alke Brinkmann und Sencer Vardarman fragen uns weiter. Wie ertragen wir die stille Ästhetik der „Falling Men“, wenn die Geschichte dazu eigentlich offensichtlich sein muss und erdrückend? Wie denken wir uns in die „Patterns of Mankind“ ein Miteinanderliegen und –lieben hinein, wo doch naheliegt, dass diese Muster menschliche Abgründe zeigen? Wohin, fragen wir schließlich fast ängstlich, ist die Energie der Massen in „Night Watch“ gerichtet? Und ahnen schon – das wird nicht gut.


Weder Vardarman noch Brinkmann geben uns Antworten, sondern überlassen uns der Verunsicherung. Das Politische ist zurück. Keiner kann entrinnen.


Tom Levine

Ausstellunggsarchiv: "Critical Mass" März 2017
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Portrait des Galeristen

mit Arbeiten von

Thomas Behling, Frank Diersch, Thorsten Futh, Katrin Hoffert, Nikola Irmer, Thierry Perriard, Oliver Möst, Christoph Roßner, Hans-Peter Stark, Andreas Trogisch und Edgar Zippel

 

Eröffnung am Freitag, den den 03. Februar 2017 um 19 Uhr

 

04. Februar 2017 – 25. Februar 2017

Öffnungszeiten: Donnerstag – Samstag, 14 – 19 Uhr
und nach Vereinbarung (tel. +49.30.76 23 63 76)

 

 

Ein Portrait bildet ab. Wenn nicht das Äußere einer Person, dann doch ihr Wesen. Es ist untrennbar mit der Vorstellung von Identität verknüpft. Seine Entstehung ist ein Akt der Kommunikation zwischen zwei Individuen.

Die Portraits in dieser Ausstellung nehmen auf unterschiedliche Art kritisch Stellung zu dieser Vorstellung. Sie verweigern die Aussage oder sie zeigen jemand, der offenbar kein Individuum ist oder dem Autor als solches nicht bekannt, thematisieren das Inszenierte der Kommunikation oder den Willen zur Selbstdarstellung im Porträt.

Die Rolle des Galeristen als Vermittler zwischen Künstler und Realität ist zweifelhaft. Als ein von Künstlern betriebenes Projekt entmythisiert Axel Obiger den Galeristen wie den Künstler gleichermaßen. Im Rahmen der Reihe von Ausstellungen, die das Konstrukt Axel Obiger und damit die Mechanismen des Kunstmarktes thematisieren, zeigt diese Ausstellung Portraits des Galeristen, Portraits einer Fiktion.

Axel Obiger - die fiktive Figur des Galeristen- ist die Projektionsfläche für das, was wir von einem Galeristen erwarten, fürchten und wünschen: Abgedrehtheit, Selbstliebe, Erfolg, Authentizität, Korruption, Biografie, eigene Kreativität, Geschäftssinn, Genius, Hybris, Humor, Zweifel, Ernsthaftigkeit und Kunstverstand, Eigenschaften, wie sie in den ausgestellten Portraits aufscheint.

Maja Rohwetter

 
"Gallerist"
by Emily A. Greco

Will you go and how will I let you? Honorable occupation, make a home of me for the moment.

Too little has been said of the solitude, the bond in swimming the unity of silence. We stand, we lean, we hang by fixtures unseen, dangling by a puncture at the intersection of two planes. One gesture, a wall, two, a nail, and the calculated force I have delivered to love you.

Command me, an unwavering commitment in allowing them to know you, permission to mingle with the passive, the scrutinizing. You, born of grace, touched by the politic of the now, in your power, civilize me.

Choreograph my movements modest, give form to my name and body to my absence, in exchange I give you to the world.
Who am I, and when? To my fate, I am servant to your fate, to live one million lives in the memory of another, to dance eternal

Portrait_des_Galeristen_2.2017 Ausstellungsarchiv
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Boden
mit Arbeiten von Roland Boden, Thilo Droste, Pauline Kraneis,
Josina von der Linden, Enrico Niemann, Hansjörg Schneider, Tim Stapel


Eröffnung am Freitag, den 13. Januar 2017 um 19 Uhr


14. Januar 2017 – 28. Januar 2017

Der „White Cube“ gilt allgemein als Synonym für den idealen Ausstellungsraum mit neutral weißen Wänden, um Kunst unter den bestmöglich Bedingungen zu präsentieren. Im Falle des Projektraums „Axel Obiger“ gibt es zwar weiße Wände und eine ausgewogene Beleuchtung aber keinen neutralen Boden. Der graue Fliesenboden bestimmt mit seinem quadratischen Rastersystem optisch den Ausstellungsraum.

 

Wiederkehrende meist kontroverse Diskussionen innerhalb der Axel Obiger - Künstlergruppe zum ungeliebten Fußboden forderten deshalb eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema „Boden“ geradezu heraus.

 

Die Komplexität des Themas zeigt sich in zahlreichen Redewendungen. Wir können auf sicherem oder schwankendem Boden stehen. Wenn wir den Boden unter den Füßen verlieren, haben wir meist verloren, aber möglicherweise wollen wir auch manchmal bewusst den Boden der Tatsachen verlassen. Mit Bodenpreisen und Bodenspekulationen werden horrende Gewinne erzielt und die Welt territorial aufgeteilt. Die Bodenbearbeitung, der Ackerbau, bedingt die existentielle Grundlage der Nahrungs-produktion. Die Ausstellung zeigt einen prägnanten Ausschnitt der überaus vielfältigen künstlerischen Produktion zum Thema.


Josina von der Linden

 

Ausstellungsarchiv 1/2017 Boden
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