voir dire 

Maja Rohwetter und Sophia Schama

 

Soft Opening am Freitag, den 23. Oktober 2020, 18 – 22 Uhr 

 

24. Oktober – 21. November 2020 

 

 

 

(English text below)

 

voir dire

Sehen sagen. Oder: jemanden etwas sagen sehen. Dieser Terminus aus dem Mittelfranzösischen fasziniert durch die Verknüpfung von visueller Wahrnehmung und Sprache. 

 

Die Künstlerinnen Sophia Schama und Maja Rohwetter verzichten in ihren Arbeiten auf sprachlich konkretisierbare Darstellungen und Aussagen. Vielmehr betonen sie in ihren sehr unterschiedlichen Arbeitsweisen die Selbständigkeit der visuellen Formationen und laden dazu ein, Bildkonzeptionen und Sehgewohnheiten in Frage zu stellen.

 

„Voir dire“ bezeichnet in der juristischen Fachsprache die Vorvereidigung einer Jury oder eines Geschworenengerichts, die die Unvoreingenommenheit der Teilnehmer überprüft. 

Ein Bild zu machen ist ein Prozess, nicht nur im zeitlichen Sinne, sondern auch im Sinne einer Verhandlung, die Tatsachen, Annahmen und Haltungen gegenüber dem Bild überprüft und infrage stellt.  Wenn es gelingt, sich von der Voreingenommenheit durch festgelegte Bildkonzepte und Malweisen zu befreien, dann kann das Bild Autoren und Rezipienten überraschen, herausfordern und den Blick freigeben.

 

– English text –

 

voir dire

Seeing saying, or seeing someone say something. This term from Middle French is fascinating because of the combination of visual perception and language.

 

In their works, the artists Sophia Schama and Maja Rohwetter abstain from linguistically concretisable representations and statements. Instead, their very different working methods emphasize the independence of visual formations and invite us to question the concepts of images and viewing habits.

 

In legal jargon, "voir dire" refers to the pre-swearing-in of a jury or jury court to check the impartiality of the participants.

Making a picture is a process, not only in the temporal sense, but also in the sense of a trial, which checks facts, assumptions and questions attitudes towards the picture. If one succeeds in freeing oneself from fixed pictorial concepts and painting styles, then the picture can surprise, challenge and open the view of authors and recipients.

 

** Selbstverständlich beachten wir die Maßnahmen zum Infektionsschutz