carte blanche

Matthias Moravek & Johannes Weiß

 

Eröffnung am Freitag, den 9. August 2019, 19 – 22 Uhr

10. August 2019 – 7. September 2019

 

 

Matthias Moravek und Johannes Weiß nehmen sich die Freiheit. 

In der ersten Ausstellung nach der Sommerpause werfen sich der Berliner Maler und der Berliner Bildhauer künstlerisch die Bälle zu. Sie jonglieren dabei auf spielerische Art und Weise mit farbigen und weiß bleibenden Formen, Körpern und Flächen. Gleichzeitig ist beiden künstlerischen Positionen eine formale Strenge gemein, die zu einer präzisen Bildsprache führt.

Während Moravek mit skulptural anmutenden Bildelementen arbeitet und teils sogar explizit modernistische Skulpturen zum Bildmotiv macht, enthalten die Skulpturen von Johannes Weiß durch die Art ihrer farbigen Bearbeitung – in Form verlaufender Malspuren – häufig einen direkten Verweis auf das Medium Malerei. 

Der kontrastierende Umgang mit weißen Flächen und Körpern in beiden Positionen umreißt und definiert das Gezeigte und verortet die Arbeiten zwischen Positiv und Negativ, An- und Abwesenheit. In der Ausstellung entsteht so ein spannungsreicher Dialog zwischen Malerei und Skulptur, der das Kraftfeld zwischen Farbe und Form auf spielerische Art und Weise offenlegt.

 

Matthias Moravek arbeitet in seiner Malerei an einer Verdinglichung des Abstrakten. Seine Arbeiten sind stark aus der Farbe gedacht und changieren stets zwischen einer klaren bildnerischen Ausformulierung von Motiven und deren Verrätselung. Dabei macht Moravek die unterschiedlichen Schichten des Arbeitsprozesses bis hin zur grundierten Leinwand sichtbar, sodass die Arbeiten quasi ihren eigenen Index in sich tragen. Durch die Gleichzeitigkeit in der Wahrnehmung, verdichtet sich so die Zeitspanne ihrer Entstehung auf einen Moment. 

Moravek bezieht sich in seiner Arbeit auf einen großen Fundus bildnerischen Archivmaterials, von digitalen Bildwelten über naturwissenschaftliche Dioramen bis hin zu Landschaftsdarstellungen, die tief in die Geschichte der Kunst zurück reichen. 

Matthias Moravek ist seit 2017 Künstler bei Axel Obiger.

 

Bei Johannes Weiß trennt sich der weiße Sockel von der farbigen Skulptur. Er dekliniert dabei eine eigene Formensprache durch, die Anleihen nimmt bei konkreter Kunst, geometrischer Abstraktion und einem modernistischen Formenvokabular.

Die Titel der Werke öffnen für jede Arbeit einen fast poetisch anmutenden Assoziationsraum ohne dem Betrachter den eigenen Weg zur Auseinandersetzung zu versperren. Die skulptural-architektonische Bearbeitung der Sockel macht diese zum integralen Bestandteil der Arbeiten. Johannes Weiß löst durch diesen Umgang mit Skulptur und Sockel auf elegante Art und Weise eine der grundlegenden Fragestellungen der Bildhauerei seit der Moderne.