Vitalzeichen
Josina von der Linden und Carolin Schneider


Eröffnung am Freitag, den 23. November 2018 von 19 - 22 Uhr


Finissage mit Lebkuchenverkostung, am Samstag, den 22. Dezember 2018 von 19 - 22 Uhr


24. November - 22. Dezember 2018

Öffnungszeiten: Donnerstag - Samstag, 14 - 19 Uhr

 

Vitalzeichen

Die Lebendigkeit eines Organismus ist von elementaren Lebensfunktionen abhängig. Atmung, Herzschlag, Körpertemperatur und Bewusstsein sind die wesentlichen Vitalzeichen des Menschen. Sie sind messbar und damit graphisch darstellbar. Lebendige Prozesse können durch an- oder absteigende Linien visualisiert werden. Herzfrequenzen zeigen sich in rhythmischen Kurven.

Beim Schreiben macht die Hand kreisende Bewegungen mit Ober- und Unterschwüngen. Beim Zeichnen entstehen aus den Schwüngen Formen, denen wir Bedeutung verleihen können. Ebenso rufen wir die Welt in Worten auf, deren Bedeutung sich durch die Verschiebung von Klängen, bzw. Buchstaben kaleidoskopartig wandelt. In der Zusammenschau relativieren sich Richtungen und Bedeutungen. Wir versuchen die Spuren und Zeichen der inneren und äußeren Bewegungen zu bemerken und zu deuten. Dabei finden wir sowohl Widersprüchliches als auch Erhellendes sowie das Erscheinen der Dinge vor dem Benennen.

Carolin Schneider umkreist in ihren Zeichnungen den Bildraum als Ort paradoxer Täuschungen und des Bedeutungswandels. Sprachliche Identifizierungen werden ad absurdum geführt. Figürliches befindet sich im Schwebezustand zwischen Erscheinen und Verschwinden. Entlang der Konturen von Wahrnehmung wird Wirklichkeit erschaffen, die mehrdeutig und bruchstückhaft bleibt.

Josina von der Linden beleuchtet in ihren aktuellen Arbeiten  - mittels Fotografie, Zeichnung, Assemblage sowie Audio/Videoarbeiten -  Inhalte und Ästhetik bildgebender wissenschaftlicher Verfahren, mit denen uns Phänomene außerhalb unseres Vorstellungsvermögens vermittelt werden sollen.

Tot oder lebendig? Diese zentrale Frage stellen Carolin Schneider und Josina von der Linden mit ihrer Ausstellung. Die beiden Künstlerinnen spüren in ihren Arbeiten subtil humorvoll, teils spielerisch, manchmal ernst, die vielfältigen Vitalzeichen der sichtbaren und unsichtbaren Welt auf.