Matthias Moravek untersucht in seiner Malerei die bildnerische Darstellbarkeit von Wäldern, Wolken, Gebirgszügen, Ebenen, Dschungeln und Territorien, Landschaften im weitesten Sinn also. Wesentliche Bezugspunkte sind dabei Panoramen, Dioramen oder Reiselithographien, also kulturell geprägte Wahrnehmungen von Landschaft. Dabei interessiert ihn das künstliche Bild der Natur ebenso wie deren inhaltliche und formale Schichtungen. Moravek - selbst ein Reisender - verdichtet dabei Themen wie die Entdeckung, Eroberung und Inbesitznahme von Landschaften, Regionen oder Kontinenten zu einer Malerei, die sich nie vollständig enträtseln lässt.

Die motivbildenden weißen Leerflächen stehen dabei als Platzhalter für das Personal des Bildes. Zudem verweigert die Dialektik von An- und Abwesenheit der Motive eine eindeutige Auflösung der gezeigten Szenerien und bestärkt die Funktion der Bilder als Sehnsuchtsorte.

Seine Bilder changieren stets zwischen Figuration und Abstraktion. Häufig kontrastiert Moravek einen zumeist freien, malerischen Gestus mit bewusst gesetzten, abrupt abbrechenden Farbgraten und macht so die Farbe als Material wahrnehmbar. Durch die Verwendung der Farbe in ihren verschiedenen Aggregatzuständen von körperhaft-pastos über transparent-lasierend bis zur partiellen Freilegung des Bildträgers, hinterfragt er die Möglichkeiten des Mediums Malerei und legt die konstruktive Ebene seines Bildaufbaus offen.

Die parallel entstehenden Objekte splittern den malerischen Bildraum in die dritte Dimension auf und bündeln gleichsam die einzelnen Aspekte seines künstlerischen Vokabulars.

Matthias Moravek studierte Bildende Kunst an der Kunstakademie Karlsruhe und an der Universität der Künste Berlin. Seine Werke wurden seitdem in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt und finden sich in Sammlungen im In- und Ausland.

 

www.matthiasmoravek.de